Du bist die Feuerwehr

Nachtaktiv?

Es brennt und alle Menschen sollten wissen: 112 wählen und Hilfe kommt in den nächsten Minuten. Dies ist nur möglich, da einige (wenige) Männer und Frauen als aktive Feuerwehrleute fast rund um die Uhr bereit sind um Hab und Gut und das Leben der Einwohner zu schützen. Sie tun es ehrenamtlich und riskieren teilweise die eigene Gesundheit. Aber dunkle Wolken steigen weit am Horizont auf, denn die Zahl der aktiven Feuerwehrleute lässt nach. Zum Einen ist ehrenamtliches Engagement heutzutage unpopulär wie selten zuvor, zum Anderen passiert es immer häufiger, dass sich die beruflichen Rahmenbedingungen mit dem aktiven Dienst in der Feuerwehr nur noch eingeschränkt in Einklang bringen lassen.

Drehen wir die Zeit einmal zurück - vielleicht so dreihundert Jahre. Brach ein Brand aus, dann hatte das verheerende Folgen. Da wurde es den Einwohnern auferlegt bei Feueralarm mit einem Ledereimer zum Löschdienst zu erscheinen. Vor etwa 150 Jahren wurden die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegründet, die sich bis heute in den kleineren Städten und Gemeinden bewährt haben - Großstädte können ohne Berufsfeuerwehren nicht auskommen. Allerdings kosten Berufsfeuerwehren Geld, welches an anderer Stelle fehlt.

Wie ist die Situation heute in Adelebsen? Ein jeder Einwohner ist froh, wenn bei Brand, bei Hochwasser, bei Unfällen die roten Fahrzeuge mit Blaulicht zu sehen sind und Hilfe naht. Ja, dann wird lobend über die "Blauröcke" gesprochen, denn sie sind gut ausgebildet. Ab und zu hört man aber auch die "Besserwisser" am Straßenrand. Noch besteht kein Grund über zu wenige Aktive zu klagen. Wer identifiziert sich aber mit denen, die da bei Hitze, Wind, Regen, Schnee- und Eiseskälte helfen? Das sind keine zehn Prozent.

Vorbei scheinen die Zeiten zu sein, in denen mindestens jeder Hausbesitzer der Ortsfeuerwehr angehörte, ob als Aktiver oder als förderndes Mitglied. Aktives Mitglied in einer Wehr zu sein heißt, soziales und kameradschaftliches Verhalten zu leben und zu erleben, neues zu erlernen und anderen Menschen zu helfen. Förderndes Mitglied in einer Wehr zu sein heißt, den Aktiven dies zu ermöglichen. Mit einem "Jahresobulus" von vielen fördernden Mitgliedern werden die Wehren in die Lage versetzt dringend benötigte Geräte für Einsätze und Weiterbildung selbst zu beschaffen, Gerät und Immobilien zu erhalten und nach einem harten Einsatz auch mal bei einem Getränk "zur Ruhe zu kommen". Und ein wesentlicher Aspekt kommt dazu: Eine gute Kinder- und Jugendarbeit kann erfolgen.

Was ist zu tun? Zumindest jeder Hausbesitzer sollte einmal darüber nachdenken und schnellstens einen Aufnahmeantrag für die Ortswehr ausfüllen. Sicherlich wäre es ganz toll, wenn sich Männer und Frauen zum aktiven Dienst in einer Ortswehr entscheiden könnten. Ein schönes Motto ist daher: "Du bist die Feuerwehr"! Mithelfen und nicht im Abseits stehen, dann sollte die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Ortswehr auch in Zukunft gesichert sein.

Plakate und Flyer der Kampagne mit den Ansprechpartner der Feuerwehr Adelebsen sind daher in vielen Adelebser Geschäften zu finden.